Kapitel 9 : Flüssigkristalle

Flüssigkristalle – das Wort hört sich wie ein Widerspruch in sich an.

Vielleicht dachte sich das der österreichische Botaniker Friedrich Reinitzer auch, als er 1888 Cholesterylbenzoat erhitzte und eine seltsame Beobachtung machte. Der Stoff wurde bei 145,5 °C flüssig, war aber trübe. Erst bei weiterem Erhitzen auf 178,5 °C wurde er klar, wie man es von Flüssigkeiten kennt. Nachdem er Fehlerquellen ausgeschlossen hatte (zum Beispiel Verunreinigungen, zu schnelles Erhitzen oder Zersetzung des Stoffes) und auch seine Kollegen den Stoff untersucht hatten, wurde klar, dass er etwas Neues gefunden hatte.

Es ist ein Zustand, der Eigenschaften des kristallinen Feststoffs und gleichzeitig einer Flüssigkeit besitzt. Man nennt diesen Zustand einen Flüssigkristall, eine flüssigkristalline Phase oder eine Mesophase (denn die griechische Vorsilbe meso bedeutet „mitten”).

In den folgenden Abschnitten bespreche ich zuerst einige Themen, die für alle Flüssigkristalle, oder zumindest für die meisten, wichtig sind.

In den letzten 3 Abschnitten erfahren Sie mehr über einzelne Arten von Flüssigkristallen. Dort geht es um deren Struktur und einige Eigenschaften, und Sie lernen für jede Art einige Beispiele kennen. Es sind

 

 

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